Im letzten Jahr habe ich in meinem Artikel
Kröten Massaker, jedes Jahr im Frühling versucht, auf die Misere der Tiere aufmerksam zu machen. Ich hatte auch erwähnt, dass ich nicht nur die Tiere von der Strasse lese, sondern dass ich auch Unterstützung suche. Naja, zumindest habe ich ein wenig Aufmerksamkeit bekommen:
Mail von mir zu NABU;
Von:
v.e.da ät hotmail.de
An:
heinitz@NABU-Sachsen.de
Betreff:
Krötenmassaker
Datum:
22.03.2012, 09:17
Hallo und guten Tag,
ich wohne seit 13 Jahren in Paunsdorf und erlebe Jahr für Jahr im März mit, wie hunderte von Kröten dem Verkehr zum Opfer fallen. In der morgen-, und in der Abenddämmerung machen sich, meine Tochter, deren Freundin und ich uns auf den Weg, um die Tiere von der Strasse zu sammeln. Die Krötenpaare, die es über die Straßenbahnschienen geschafft haben, scheitern trotz erfolgreicher Überquerung der Fahrbahn, weil sie die Bordsteinkante nicht hoch kommen. Die Kröten kriechen dann erschöpft und verzweifelt zurück und werden von den Autos, oder der Straßenbahn, erfasst. Ich habe mich wegen dieses Trauerspiels schon an den Naturschutzbund gewandt, beinahe jedes Jahr, ohne Erfolg. Sowie an verschiedene Tierschutzbehörden, ich habe mich bei der Stadt Leipzig erkundigt, wegen einem Verkehrsschild mit der Aufschrift" Krötenwanderung". Als ich das Wort “Krötenschutztunnel“ erwähnte, wurde ich sogar ausgelacht. Ferner versuchte ich die Menschen hier zu sensibilisieren für dieses Thema, mit dem Ergebnis, dass ich für eine “Verrückte“ gehalten werden. Da ich berufstätig bin, und meine Tochter schulpflichtig, können wir nicht immer zur Stelle sein, deshalb bitte ich Sie darum, sich dieses Themas anzunehmen. Ich bin mit meinem Latein am Ende und komplett desillusioniert, was Tier-, und Naturschutz betrifft. Irgendwer muss sich doch einmal verantwortlich fühlen. Es handelt sich um die Heiterblickallee in Leipzig/ Paunsdorf.
Das letzte was ich versuchen werde ist, mich an die Medien zu wenden mit diesem Thema.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Veda
Von NABU zu mir:
Von:
Ina Ebert
An:
v.e.da ät hotmail.de
Betreff:
Krötenmassaker in Paunsdorf
Datum:
22.03.2012, 17:25
Sehr geehrte Frau Veda,
wir danken Ihnen für Ihre Informationen zum Krötenmassaker in Paunsdorf. Der NABU-Regionalverband Leipzig hat immer wieder auf die gravierenden Mängel aufmerksam gemacht, ohne Erfolg. Bereits seit Anfang März versuchen wir nun über unseren NABU-Landesverband beim Amt Umweltschutz der Stadt Leipzig und dem Verkehrs- und Tiefbauamt/ Straßenbau und -unterhaltung eine zügige Instandsetzung des Amphibienzaunes zu erreichen. Bisher wurde der defekte Amphibienzaun nur teilweise demontiert, eine umfassende schnelle Sanierung des Zaunes war bis zum Beginn der Woche noch nicht erfolgt und die Amphibienwanderung hat begonnen. Ein NABU-Mitglied aus Leipzig will sich am Wochenende noch einmal vor Ort alles ansehen. Ich treffe ihn Freitag früh in unserer Geschäftsstelle.
Mit freundlichen Grüßen
Ina Ebert
Ina Ebert | Ref. Öffentlichkeitsarbeit
NABU Landesverband Sachsen e.V.
04347 Leipzig, Löbauer Straße 68
Telefon: 0341 24599072
ebert@NABU-Sachsen.de | www.NABU-sachsen.de
Und noch einmal von NABU zu mir, nach der Geländesichtung;
Von:
Christina Kläber
An:
v.e.da ät hotmail.de
Betreff:
"Krötenmassaker"
Datum:
30.03.2012, 08:00
Sehr geehrte Frau Veda,
Ihre E-Mail vom 22.03.2012 an den NABU Sachsen wurde an das Verkehrs- und Tiefbauamt weitergeleitet.
Der NABU Sachsen hatte sich bereits im Februar 2012 an das Verkehrs- und Tiefbauamt bezüglich des Pflegezustandes der Amphibienschutzanlage in der Portitzer Allee gewendet. Daraufhin wurden die notwendigen Arbeiten umgehend beauftragt. Anfang März wurde mit den Unterhaltungsarbeiten an der Amphibienschutzanlage begonnen. Dabei wurde festgestellt, dass einige Elemente der Anlage beschädigt sind. Diese wurden ausgebaut. Da ein Ersatz für die beschädigten Anlagenteile erst beschafft werden mussten, wurden die Arbeiten unterbrochen. Zwischenzeitlich sind die zu erneuerenden Anlagenteile eingebaut und die Unterhaltungsarbeiten am 22.03.2012 abgeschlossen worden.
Die Kontrolle in der Portitzer Allee zeigte, dass Ihr Eindruck von einem „Krötenmassaker“ nicht bestätigt werden kann. Während der Bauzeit wurden nur sehr wenige Tiere festgestellt, die aber das vorhandene Leitsystem als Orientierung angenommen haben.
Zur von Ihnen geschilderten Situation in der Portitzer Allee und der Notwendigkeit weiterer Schutzmaßnahmen wenden Sie sich bitte zuständigkeitshalber an das Amt für Umweltschutz.
Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag
Bock
Abteilungsleiter
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Stadt Leipzig, Der Oberbürgermeister
Verkehrs- und Tiefbauamt
Abteilung 66.3, Sachgebiet 66.32
Postanschrift: 04092 Leipzig
Hausanschrift: Prager Straße 118 - 136
Technisches Rathaus / Haus C
04317 Leipzig
Tel.: 123-1444
Fax: 123-1465
E-Mail: christina.klaeber@leipzig.de
Internet: http://www.leipzig.de
Und wieder von mir zur NABU;
Von:
v.e.da ät hotmail.de
An:
Christina Kläber
Betreff:
Re: "Krötenmassaker"
Datum:
02.04.2012, 09:21
Werte Frau Kläber
Das freut mich, dass hier endlich etwas unternommen wurde. Seit ca. 10 Jahren räumen wir im Frühjahr die Kröten von der Strasse, manchmal dauert die Krötenwanderung 14 Tage und manchmal sind sie nur eine Woche unterwegs. In diesem Jahr sind es in der Tat wirklich wenig. Aber ich denke, auch Sie kennen den berühmten “Vorführeffekt“. Es ist allenthalben traurig, dass sich wesentliche Richtlinien im Tier,- und Naturschutz auf eine ominöse Skala stützen, eine Skala die anzeigt, wann von behördlicher Stelle eingegriffen wird. Irgendwann werden es natürlich immer weniger Tiere, wenn sie ständig gnadenlos platt gewalzt werden.
Jedenfalls vielen Dank für Ihre Reaktion.
Mit freundlichen Grüßen -Veda-
Ich werde die Sache weiter im Auge behalten und berichten, wenn sich etwas getan hat. Aber trotzdem möchte ich noch einmal alle Verkehrsteilnehmer auf die besondere Situation im Frühjahr aufmerksam machen, wenn sich ALLE Tiere im Liebestaumel befinden, besonders vorsichtig zu fahren, denn auch andere Tiere lassen in dieser Zeit alle Vorsicht außer Acht.